
W. Ohme aus Finsterwald hat das Boot aus der "Rasselbande" nachgebaut und einiges verbessert. Heraus gekommen ist dabei dieses hübsche Schiffchen. Er hat uns auch die Fotos zur Verfügung gestellt. Wir wünschen ihm viel Spass mit seiner "Nyks" (das niedersorbische Wort für Wassermann).
Das Boot ist 300 cm lang und 75 cm breit. Die Haut besteht aus PVC-Plane und ist geklebt.

Man braucht:
a) Azeton, gibt es im Baumarkt für etwa knapp 5 €
b) Malerkrepp
c) Pattex Transparent, von UHU gibts das auch, beides geht, aber es muß
transparent sein, ist wohl ein Kleber auf PU-Basis
d) eine Rolle, mit der man Tapetenränder andrückt oder auch einen
Lappen wenns nicht ander geht
e) eine Heißluftpistole, ideal ist eine stufenlos geregelte, eine mit
zwei oder drei Stufen geht auch
f) einen oder mehrere Lappen sowieso
g) eine gute Belüftung, besser noch im Freien!
1) zuerst habe ich mit dem Malerkrepp das Material so abgeklebt,
daß beim Weiterarbeiten das restliche Material nicht verschmutzt wird.
2) mit einem mit Azeton benetzten Lappen rubbelt man kräftig über
die zu klebende Fläche, dabei wird das Material aufgeraut und eventuell
vorhandenes Trennmittel entfernt - Vorsicht, Azeton löst praktisch alles
an, was sich überhaupt lösen läßt - mein Pinselglas hatte
einen Deckel aus PS oder ABS, der hat sich nur durch die Dämpfe zu einer
kleinen Schüssel verformt! :-( , aber ich habe auch harte Pinsel wieder
weich bekommen, zumindestens für grobe Arbeiten noch geeignet.
Tom Yost empfiehlt eine Zeit von 30 min zm Ablüften - Azeton zerstört
sonst auch die Struktur des Kunststoffes.
3) In einem anderen Glas habe ich nach der Anleitung den Kleber - Merke: transparent
- auf PU-Basis - mit Azeton verdünnt, auch wieder nach Anleitung so, daß
er sich gut streichen läßt, etwa 1:1 - Mein Glas enthielt früher
Honig, der Deckel war aus PP - also nicht löslich :-)
4) Beide zu verklebende Flächen streicht man mit dem verdünnten Kleber
ein und legt beides beiseite.
Nun kann man ein Bier trinken*
oder eine Zigarette rauchen - aber bitte in einem weiten Abstand!
5) Wenn beide Teile so getrocknet sind, daß sie nicht mehr von selbst
aneinander haften, weden sie werden so fixiert, wie sie später zusammenkleben
sollen - MERKE: es gibt nur einen Versuch!
6) Nun kommt die Heißluftpistole - durch ihre Wärme wird der Kleber
wieder aktiviert - zum Zuge. Wie schon gesagt, ist bestimmt eine geregelte Maschine
ideal, da muß man eben probieren. Ist der Kleber wieder erwärmt,
werden die Teile fest zusammengepreßt. Bei Kontaktklebern, wir verwenden
einen Solchen, ist es entscheidend, wie fest man die Teile zusammenpreßt,
nicht wie lange! Ist die Klebestelle erkaltet, ist sie auch schon belastbar.
Durch meine ungeregelte Pistole habe ich bestimmt manche Stellen mehr verschweißt
denn geklebt - Versuch macht kluch.
Jemand, der seine Haut geschweißt hatte, schrieb, daß dadurch das
Material etwas schrumpft.
Ich habe bei meinem ersten Versuchsbau sehr gute Erfahrungen gemacht, auch wenn
das Ergebnis meiner Kleberei stellenweise optisch nicht so berauschend ist.
Dadurch, daß das Verhältnis Breite - Länge nur 1:4 ist, mußte
ich das Unterschiff entlang der Senten aufschneiden, das Planenmaterial ist
nicht soo dehnbar. Deshalb habe ich gleich anstelle eines kleinen Flickens an
der Stelle, wo der Einschnitt aufhört, über die ganze Länge einen
Streifen geklebt, aber auch an den Kanten der Bodenleiter, da ist zwar kein
Schnitt, aber das ist doch etwas exponiert.
PS Ich hatte mir aus einem Draht einen D-Ring gebogen, aber der war n büschn
to schwach. Die Operation "Klebelasche entfernen" hat fast eine halbe
Stunde gedauert, die Fläche vielleicht 3x12 qcm, auf den Fotos die Blaue
auf dem Oberdeck vorn. Heute ist dort ein ordentlicher Ring mir gelber Befestigung.
Dabei habe ich es auch mit Wärmeeinwirkung nicht geschafft, den Kleber
zu lösen. Beim Planenmaterial hat sich die Beschichtung vom Gewebe gelöst.
Und bei dieser nicht sicherheits- und dichterelevanten Klebestelle hatte ich
nicht mal besondere Sorgfalt walten lassen!
Viele Grüße, Winni
*darf u.U. auch alkoholfrei sein (der Webmaster) nach oben

