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BKW-Wildwasserwochenende in Hildesheim vom 11.-12.8.2001

Wie jedes Jahr trafen sich an diesem Wochenende die wildwasserbegeisterten Kanuten des BKW an der Übungsstrecke in Hildesheim. Nach einer Vollversammlung unter der Fahrtenleiterin Julia Pottschmidt begannen wir das Abenteuer Wildwasser mit dem Durchschwimmen der Strecke, um die Kehrwässer zu erkunden und ebenfalls schon mal naß zu werden. Schließlich war das Wetter normal-norddeutsch-schmuddelig, weshalb man sowieso naß wurde. Die Neuen unter uns machten dann auch gleich den Fehler der nicht zugehaltenen Nase beim Rutschen in die nächste Stufe. Dadurch schoß ihnen ein Schwall Wasser direkt in die Nasenhöhlen, welche sie dann im folgenden Becken entleerten. Nach vier Stufen war dann die Strecke durchschwommen und es konnte endlich ans Fahren gehen.

Wer die Strecke in Hildesheim nicht kennt, der lese hier die kleine Einleitung zum Aufbau der Stufen. Ganz allgemein muß man wissen, das es sich bei dieser Strecke um eine künstlich Erschaffene handelt, also die Seiten von Mauern eingefaßt sind, sowie der Boden betoniert ist. Durchschnittliche Tiefe ist etwa 80 cm. Am Anfang befindet sich ein großen Becken mit der Abfahrt in das erste Stufenbecken. Die Rutsche ist etwa eineinhalb Meter hoch, sehr steil und man bekommt ganz sicher Wasser ins Boot wenn man ohne Spitzdecke fährt. Allein diese erste Rutsche sollte jeder Anfänger einmal erlebt haben. Man taucht bis zur Brusthöhe (bei kleineren Personen auch schon mal bis zum Hals) ins tiefergelegene Becken. Der Auftrieb des Bootes bringt einen jedoch schnell an die Oberfläche zurück. Wer nicht richtig aufgepasst hat landet am Rand an einem der Scherbretter. Dann nur nicht zur falschen Seite kanten, sonst liegt man gleich drin. Das Becken der ersten Stufe ist eigentlich leicht zu erreichen. Links befindet sich ein großes Kehrwasser, wo sich die meisten Leute langsam vom ersten Schock erholen und dort solange im Kreis treiben, bis sie genug Mut zur Weiterfahrt gesammelt haben. Die nächste Stufe gleicht dann allerdings eher einem sehr kleinen Wehr. Man merkt die Überfahrt kaum; höchstens 30 cm Höhenunterschied. In dieser sogenannten Anfängerstufe gibt es eine kleine Walze nach dem Wehr, auf der das Ankanten recht gut geübt werden kann. Meist sind Übungsleiter vor Ort, die einem bei der Übung helfen. Auch wenn sich mal jemand dem Wasser zu sehr genähert hat, sind diese eifrigen Helfer stets zur Stelle. Leider ist es in dieser zweiten Stufe oft sehr voll (zumindest an LKV-Wochenenden), so daß man gerne auf die nächste Stufe ausweicht. Die Rutsche dorthin ist eigentlich ungefährlich, wenn einen die sehr starke Strömung nicht sofort auf die nächste Rutsche zur vierten Stufe zuführen würde. So ist das Kehrwasser rechts in der dritten Stufe nicht ganz leicht und auf Anhieb zu erreichen. Hat man es denn geschafft, hat man gute Übungsmöglichkeiten. Ein- und Ausschlingen, Stützen auf der Walze und einfach nur Kreiseln ist hier gut möglich, zumal meist wenig Betrieb ist.
Wer dann die vierte Stufe erreichen will sollte sich dazu das Kehrwasser bzw. die Strömung genau einprägen. Nach der Rutsche bahnt sich das Wasser in einem weiten Rechtsbogen den Weg durch das Becken, wobei es links an einer hohen Mauer entlangführt. Wer hier zur falschen Seite, also von der Mauer weg, kantet, wird sofort reingerissen. Dafür stehen dann ein paar Meter weiter auf einer Insel im Fluß die "Leichensammler". Hier wirst Du oder Deine Ausrüstung spätestens rausgefischt. Bei ganz großem Pech wirst Du weiter stromabewärts gespült, wo dann ein Naturwehr, sprich eine Gefällestrecke mit spitzen Steinen folgt. Erst nach dieser strömt der Fluß weit weniger, so daß Du spätestens dort ans Ufer schwimmen kannst. Die Meisten werden jedoch von den Leichensammlern schon vorher geangelt.
In der vierten Stufe sammeln sich Alle wieder, um Erlebnisse auszutauschen oder sich zum Aufstieg für die nächste Tour durch die vier Stufen zu machen. Von hier aus führt ein Fußweg direkt an der Strecke entlang wieder nach oben zum ersten Becken. Wer will fährt noch einmal, wer aussteigen will fährt meist noch über das Naturwehr ganz nach unten, weil dort ein bessere Ausstiegsmöglichkeit besteht. Diese letzte Stufe wird hauptsächlich von den Anfängern genutzt. Hier befinden sich zu beiden Seiten des Stromes langezogene Kehrwässer, so daß sich die Übenden besser verteilen können und nicht wie in den oberen Stufen ständig aufeinander hängen.  

Die Stauanlage von Hildesheim verfügt über ein stufenlos verstellbares Wehr, was es ermöglicht, mehr oder weniger Wasser abfliessen zu lassen. Nachdem in den ersten beiden Stunden die Anfänger und etwas Geübteren genug Zeit hatten, ihre Techniken zu erlernen bzw. zu verbessern, bekommen nun die Könner und die, die es meinen zu sein, ihre Spielstunde. Hierfür wählen die meisten von ihnen die dritte Stufe. Kerzen, Splatten und Rollen gehört hier zur Tagesordnung. Derweil sitzen die Landgänger auf der Mauer neben der Strecke und bestaunen die Kunststücke und Mißgeschicke.

Erst gegen späten Nachmittag fanden sich alle wieder am Platz ein. Ein geselliger Abend mit Grill und vielen Gesprächen rundete den Tag ab. Am Sonntag ging dann alles nochmal von vorne los.

Mit viel Spaß dabei !!!


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