Wie jedes Jahr trafen sich an diesem Wochenende die wildwasserbegeisterten
Kanuten des BKW an der Übungsstrecke in Hildesheim. Nach einer Vollversammlung
unter der Fahrtenleiterin Julia Pottschmidt begannen wir das Abenteuer
Wildwasser mit dem Durchschwimmen der Strecke, um die Kehrwässer
zu erkunden und ebenfalls schon mal naß zu werden. Schließlich
war das Wetter normal-norddeutsch-schmuddelig, weshalb man sowieso naß
wurde. Die Neuen unter uns machten dann auch gleich den Fehler der nicht
zugehaltenen Nase beim Rutschen in die nächste Stufe. Dadurch schoß
ihnen ein Schwall Wasser direkt in die Nasenhöhlen, welche sie dann
im folgenden Becken entleerten. Nach vier Stufen war dann die Strecke
durchschwommen und es konnte endlich ans Fahren gehen.
Wer die Strecke in Hildesheim nicht kennt, der lese
hier die kleine Einleitung zum Aufbau der Stufen. Ganz allgemein muß
man wissen, das es sich bei dieser Strecke um eine künstlich Erschaffene
handelt, also die Seiten von Mauern eingefaßt sind, sowie der Boden
betoniert ist. Durchschnittliche Tiefe ist etwa 80 cm. Am Anfang befindet
sich ein großen Becken mit der Abfahrt in das erste Stufenbecken.
Die Rutsche ist etwa eineinhalb Meter hoch, sehr steil und man bekommt
ganz sicher Wasser ins Boot wenn man ohne Spitzdecke fährt. Allein
diese erste Rutsche sollte jeder Anfänger einmal erlebt haben. Man
taucht bis zur Brusthöhe (bei kleineren Personen auch schon mal bis
zum Hals) ins tiefergelegene Becken. Der Auftrieb des Bootes bringt einen
jedoch schnell an die Oberfläche zurück. Wer nicht richtig aufgepasst
hat landet am Rand an einem der Scherbretter. Dann nur nicht zur falschen
Seite kanten, sonst liegt man gleich drin. Das Becken der ersten Stufe
ist eigentlich leicht zu erreichen. Links befindet sich ein großes
Kehrwasser, wo sich die meisten Leute langsam vom ersten Schock erholen
und dort solange im Kreis treiben, bis sie genug Mut zur Weiterfahrt gesammelt
haben. Die nächste Stufe gleicht dann allerdings eher einem sehr kleinen
Wehr. Man merkt die Überfahrt kaum; höchstens 30 cm Höhenunterschied.
In dieser sogenannten Anfängerstufe gibt es eine kleine Walze nach
dem Wehr, auf der das Ankanten recht gut geübt werden kann. Meist
sind Übungsleiter vor Ort, die einem bei der Übung helfen. Auch
wenn sich mal jemand dem Wasser zu sehr genähert hat, sind diese eifrigen
Helfer stets zur Stelle. Leider ist es in dieser zweiten Stufe oft sehr
voll (zumindest an LKV-Wochenenden), so daß man gerne auf die nächste
Stufe ausweicht. Die Rutsche dorthin ist eigentlich ungefährlich,
wenn einen die sehr starke Strömung nicht sofort auf die nächste
Rutsche zur vierten Stufe zuführen würde. So ist das Kehrwasser
rechts in der dritten Stufe nicht ganz leicht und auf Anhieb zu erreichen.
Hat man es denn geschafft, hat man gute Übungsmöglichkeiten.
Ein- und Ausschlingen, Stützen auf der Walze und einfach nur Kreiseln
ist hier gut möglich, zumal meist wenig Betrieb ist.
Wer dann die vierte Stufe erreichen will sollte
sich dazu das Kehrwasser bzw. die Strömung genau einprägen. Nach
der Rutsche bahnt sich das Wasser in einem weiten Rechtsbogen den Weg durch
das Becken, wobei es links an einer hohen Mauer entlangführt. Wer
hier zur falschen Seite, also von der Mauer weg, kantet, wird sofort reingerissen.
Dafür stehen dann ein paar Meter weiter auf einer Insel im Fluß
die "Leichensammler". Hier wirst Du oder Deine Ausrüstung spätestens
rausgefischt. Bei ganz großem Pech wirst Du weiter stromabewärts
gespült, wo dann ein Naturwehr, sprich eine Gefällestrecke mit
spitzen Steinen folgt. Erst nach dieser strömt der Fluß weit
weniger, so daß Du spätestens dort ans Ufer schwimmen kannst.
Die Meisten werden jedoch von den Leichensammlern schon vorher geangelt.
In der vierten Stufe sammeln sich Alle wieder, um Erlebnisse
auszutauschen oder sich zum Aufstieg für die nächste Tour durch die
vier Stufen zu machen. Von hier aus führt ein Fußweg direkt an der
Strecke entlang wieder nach oben zum ersten Becken. Wer will fährt noch
einmal, wer aussteigen will fährt meist noch über das Naturwehr ganz
nach unten, weil dort ein bessere Ausstiegsmöglichkeit besteht. Diese letzte
Stufe wird hauptsächlich von den Anfängern genutzt. Hier befinden
sich zu beiden Seiten des Stromes langezogene Kehrwässer, so daß
sich die Übenden besser verteilen können und nicht wie in den oberen
Stufen ständig aufeinander hängen.
Die Stauanlage von Hildesheim verfügt über ein stufenlos verstellbares Wehr, was es ermöglicht, mehr oder weniger Wasser abfliessen zu lassen. Nachdem in den ersten beiden Stunden die Anfänger und etwas Geübteren genug Zeit hatten, ihre Techniken zu erlernen bzw. zu verbessern, bekommen nun die Könner und die, die es meinen zu sein, ihre Spielstunde. Hierfür wählen die meisten von ihnen die dritte Stufe. Kerzen, Splatten und Rollen gehört hier zur Tagesordnung. Derweil sitzen die Landgänger auf der Mauer neben der Strecke und bestaunen die Kunststücke und Mißgeschicke.
Erst gegen späten Nachmittag fanden sich alle wieder am Platz ein. Ein geselliger Abend mit Grill und vielen Gesprächen rundete den Tag ab. Am Sonntag ging dann alles nochmal von vorne los.
Mit viel Spaß dabei !!!
