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Kleinflußtouren im Winter

Fintau und Rodau im Januar 2012


Wieder hatte es an den Vortagen kräftig geregnet und auch bei unserem Start gab es nochmals einen leichten Schauer, dann aber wurde es trocken und zeitweise gab es sogar Sonnenschein. Zunächst einmal mussten wir (Marc, Udo und ich) die Einsatzstelle finden. Gar nicht so einfach, wenn man die Karte mit dem großen Maßstab vergessen hat und mit dem Autoatlas arbeitet. Auch ein freundlicher Herr konnte uns nur bedingt weiter helfen, indem er uns auch eine Ortskarte verwies. Mit deren Hilfe fanden wir schließlich die Einsatzstelle.
Hier war der Fluss noch winzig, hatte aber einen sehr guten Wasserstand. Wie Wiedau, Wieste und Veerse ist die Fintau weitgehend naturbelassen. Sie schlängelt sich durch recht schöne Wald- und Wiesenlandschaften. Immer mal wieder gab es kleine Kehrwasser die wir anfahren konnten. Trotz des Baum- und Buschbestandes an den Ufern gab es kaum Hindernisse, der Fluss war offenbar erst vor Kurzem gereinigt worden. Auch die Anzahl niedriger Stege, die umtragen werden müssen, hielt sich Grenzen. Zwei kleine Stufen waren bei unserem Wasserstand problemlos zu befahren und brachten ein klein wenig zusätzliche Abwechslung. Vor Lauenbrück weitete sich die Landschaft. Die Wiesen waren weit überschwemmt, sodass der Eindruck einer Seenlandschaft aufkam. Bald erkannten wir den Grund für diese „Überschwemmung“, ein neues Wehr, welches offenbar Lauerbrück vor Überflutungen schützen soll. Befahren sollte man dieses Wehr besser nicht, Tosbecken und niedrige Stahlträger machen einen für Paddler sehr ungesunden Eindruck. Das Wehr lässt sich auf der rechten Seite aber leicht umtragen und ist von weitem gut erkennbar.
Trotz des Wehres reichte das Wasser in Lauenbrück bis fast an die Häuser. Irgendwo in einem überfluteten Auwald müssen wir in die Wümme gefahren sei, alle drei haben wir die Mündung verpasst. Nach einem Kilometer waren wir an unserer Aussatzstelle, auf dem Parkplatz des Lauenbrücker Altenheims.
Hier noch eine Besonderheit: auf dem Weg zum Rückholen des zweiten Autos konnten wir in Fintel beim Dorfbäcker einkehren und leckeren Kuchen und Kaffee genießen. Besonders ist das deshalb, weil in der Umgebung der Kleinflüsse in den letzten Jahren fast jede gastronomische Infrastruktur verloren gegangen ist. Die Einkehrmöglichkeit in Fintel dürfte aber auch nur in der Woche zur Verfügung stehen.
Wenige Tage später stand bei Marc und mir die Rodau auf dem Plan. Vor vielen Jahren hatte ich die schon mal mit dem Fahrrad erkundet und als nicht sonderlich attraktiv empfunden, da sie in weiten Bereichen begradigt ist. Und so war es denn auch. Hinzu kamen flache Stege, die umtragen werden mussten, in eine Anzahl, wie ich sie noch auf keinem anderen Kleinfluß erlebt hatte. Erst kurz vor Rotenburg nahm die Anzahl der Hindernisse ab und man konnte die Reststrecke noch ein wenig genießen.
Bilanz: Die Fintau ist ein attraktiver Kleinfluss, die Befahrung der Rodau ist eher nervig und nicht zu empfehlen.


Detlev Kalter

Bilder von der Fintau:

Die Rodau sieht so aus:


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