Wieder hatte es an den Vortagen kräftig geregnet und auch bei unserem Start
gab es nochmals einen leichten Schauer, dann aber wurde es trocken und zeitweise
gab es sogar Sonnenschein. Zunächst einmal mussten wir (Marc, Udo und ich)
die Einsatzstelle finden. Gar nicht so einfach, wenn man die Karte mit dem großen
Maßstab vergessen hat und mit dem Autoatlas arbeitet. Auch ein freundlicher
Herr konnte uns nur bedingt weiter helfen, indem er uns auch eine Ortskarte
verwies. Mit deren Hilfe fanden wir schließlich die Einsatzstelle.
Hier war der Fluss noch winzig, hatte aber einen sehr guten Wasserstand. Wie
Wiedau, Wieste und Veerse ist die Fintau weitgehend naturbelassen. Sie schlängelt
sich durch recht schöne Wald- und Wiesenlandschaften. Immer mal wieder
gab es kleine Kehrwasser die wir anfahren konnten. Trotz des Baum- und Buschbestandes
an den Ufern gab es kaum Hindernisse, der Fluss war offenbar erst vor Kurzem
gereinigt worden. Auch die Anzahl niedriger Stege, die umtragen werden müssen,
hielt sich Grenzen. Zwei kleine Stufen waren bei unserem Wasserstand problemlos
zu befahren und brachten ein klein wenig zusätzliche Abwechslung. Vor Lauenbrück
weitete sich die Landschaft. Die Wiesen waren weit überschwemmt, sodass
der Eindruck einer Seenlandschaft aufkam. Bald erkannten wir den Grund für
diese „Überschwemmung“, ein neues Wehr, welches offenbar Lauerbrück
vor Überflutungen schützen soll. Befahren sollte man dieses Wehr besser
nicht, Tosbecken und niedrige Stahlträger machen einen für Paddler
sehr ungesunden Eindruck. Das Wehr lässt sich auf der rechten Seite aber
leicht umtragen und ist von weitem gut erkennbar.
Trotz des Wehres reichte das Wasser in Lauenbrück bis fast an die Häuser.
Irgendwo in einem überfluteten Auwald müssen wir in die Wümme
gefahren sei, alle drei haben wir die Mündung verpasst. Nach einem Kilometer
waren wir an unserer Aussatzstelle, auf dem Parkplatz des Lauenbrücker
Altenheims.
Hier noch eine Besonderheit: auf dem Weg zum Rückholen des zweiten Autos
konnten wir in Fintel beim Dorfbäcker einkehren und leckeren Kuchen und
Kaffee genießen. Besonders ist das deshalb, weil in der Umgebung der Kleinflüsse
in den letzten Jahren fast jede gastronomische Infrastruktur verloren gegangen
ist. Die Einkehrmöglichkeit in Fintel dürfte aber auch nur in der
Woche zur Verfügung stehen.
Wenige Tage später stand bei Marc und mir die Rodau auf dem Plan. Vor vielen
Jahren hatte ich die schon mal mit dem Fahrrad erkundet und als nicht sonderlich
attraktiv empfunden, da sie in weiten Bereichen begradigt ist. Und so war es
denn auch. Hinzu kamen flache Stege, die umtragen werden mussten, in eine Anzahl,
wie ich sie noch auf keinem anderen Kleinfluß erlebt hatte. Erst kurz
vor Rotenburg nahm die Anzahl der Hindernisse ab und man konnte die Reststrecke
noch ein wenig genießen.
Bilanz: Die Fintau ist ein attraktiver Kleinfluss, die Befahrung der Rodau ist
eher nervig und nicht zu empfehlen.
Detlev Kalter
Bilder von der Fintau:





Die Rodau sieht so aus:
