Ja,
es gibt sie tatsächlich noch, die Faltbootler! Mehr als 40 waren auf Einladung
von Annette Kuit, Herbert Kropp und Siegmund Schneider an die Unterweser gekommen,
wo bei sonstigen Kanusportveranstaltungen, etwa der Weser-Tidenrallye, Faltboote
eher die Ausnahme geworden sind.
Reichlich drei Dutzend Boote aus allen Generationen waren versammelt: Berke,
Erbacher, Feathercraft, Gesa, Hascho, Kette, Klepper, MTW, Nautiraid, Pouch,
Triton und sogar ein von Beschäftigten der AG Weser in ihrer Freizeit gebautes
Faltboot – Namen, die bei mancher Leserin und manchem Leser wohl schöne
Erinnerungen wecken mögen.
Einige Teilnehmer waren in Bremen auf eigenem Kiel gestartet, und ein Paar aus
Konstanz hatte die Gelegenheit genutzt, die Weser ab Hannoversch-Münden
zu erkunden. Von den über Land Angereisten waren mindestens zwei „wie
sich das für echte Faltbootleute gehört“ mit Eisenbahn und Fähre
gekommen. Die kleine Zeltstadt auf dem Campingplatz zeigte deutlich, wer wie
auch sonst unterwegs war; manche spartanisch, manche höchst komfortabel
– und dennoch, so wurde versichert, passte alles in die Boote. Die waren
mehrheitlich im Originalzustand belassen, Verbesserungen gab´s eher beim
Zubehör zu bewundern.
Das Wetter bot auf, was den frühen Sommer an der Unterweser für gewöhnlich
ausmacht: Wind, Regenschauer und dazwischen immer mal wieder Sonnenschein.
Richtig sportlich wurde es für die meisten am Samstag bei der von Siegmund
Schneider (BKW) umsichtig geführten Fahrt rechts neben der der Großschifffahrt
vorbehaltenen Fahrrinne nach Nordenham-Großensiel und auf dem Rückweg
durch die Schweiburg gegen den deutlich stärker gewordenen Wind. Eine kleinere
Gruppe verstand sich eher als Wanderpaddler klassischer Prägung, querte
den Fluss mit der Fähre, besuchte das informativ gestaltete Braker Museum
und ließ sich den legendären Fischteller am Binnenhafen schmecken.
Der würdige Abschluss war das unter Mitwirkung etlicher engagierter Helfer
perfekt organisierte opulente Sonntagsfrühstück bei Herbert Kropp,
dem Herausgeber des Jahrbuchs des Faltbootsports „Binsenbummeln und Meeresrauschen“.
Die Faltbootleute sind übrigens ein merkwürdiges Völkchen; vorgeblich
haben sie ihre Wahl aus rein praktischen Erwägungen getroffen, tatsächlich
fiel, wie immer wieder deutlich wurde, die Entscheidung jedoch aus emotionalen
Gründen, und das hörte sich einmal so an: „es ist die schon
mit dem Aufbau des Bootes beginnende Entschleunigung des Lebens“.
JAN
Der Artikel stammt von der Webseite des LKV Bremen
Fotos: Siegmund Schneider, Volker Böning

Am Lagerfeuer

Blick über die Weser

Unterwegs auf der Unterweser

Ankunft in Kleinensiel

Ausfahrt aus der Schweiburg

Faltboote im Garten