
An einem lauen Sommerabend an der Örtze saßen
Angelika, Katja, Bernd, Peter und Heiko zusammen und diskutierten über
Canadierschulungen. Die Sprache kam wie durch einen Zufall auf den ACA (American
Canoe Association) und, daß man unter Canadierfahrern gut über deren
Ausbildungskonzepte sprach. Da wuchs die Idee, auch einmal an einem ACA-Kurs
teilzunehmen. Schließlich lernt man nie aus...
Zum Jahreswechsel wurde dann ein Kompaktkurs (Moving Water 1 + 2) bei Canadierkurs.de
in Nürnberg gebucht.
Am Donnerstag Morgen trafen wir im Laden von Canadierkurs.de
ein und wurden von Armin und Elke in Empfang genommen. Da zwei andere Kursinteressenten
abgesagt hatten, konnte Armin sich ganz auf die BKW-Paddler konzentrieren. Vereinspaddler,
die etwas lernen wollen? Ungewöhnlich. Boote tauschen? Aha. Frauen, die
Tandem-Canadier steuern wollen? Mixed-Tandems mit Steuerfrauen kommen nicht
klar. Das Eis war gebrochen.
Nach einer sehr guten und umfangreichen Einführung über das Paddeln
in Strömung, ging es nachmittags auf den leider sehr windigen Wöhrder
See, um Technik zu üben. Auch wenn ein Teil der mitgebrachten Ausrüstung
und Erfahrung für die Techniken des ACA ungeeignet war, haben wir bei strahlender
Sonne einen schönen Paddeltag erlebt. Man lerne: der Deppenschlag heißt
Heckhebel und hat durchaus seine Berechtigung.
Freitag ging es dann in voller Montur auf die Pegnitz und Regnitz. Was man sich
in Jahrzehnten angewöhnt hat, kann man nicht innerhalb eines Tages umlernen.
Mit einem Mix aus gewohnter und neuer Technik hatten wir aber viel Spaß
auf einem munter strömenden Fluß. Hier ließ sich schon erahnen,
daß auch Frauen einen Mixed-Tandem steuern können... Nach vielen
Vorwärtsfähren, Ein- und Ausschwingmanövern und U-Turns haben
wir einen spannenden und lehrreichen Tag beendet. Trockenanzüge wären
nicht nötig gewesen, aber die Ausrüstung möchte auch mal ausgeführt
werden. Man lerne: Stromzungen kann man auch quer befahren.
Am Samstag kamen dann noch 4 weitere Kursteilnehmer (in Solo-Canadiern) hinzu.
Der Vormittag wurde wieder mit Theorie verbracht. Die Betonung lag diesmal bei
den Gefahren, mit denen auf Fließgewässern umzugehen ist. Beeindruckend
zu sehen war in einem Film, wie ein Tandem-Canadier um einen im Wasser stehenden
Pflock geknickt von der Strömung gehalten wurde. Wie gut, daß wir
diese Stelle schon am Vortag gemeistert hatten.
Im anschließenden Praxisteil wurde wieder Technik auf dem See geübt:
Duffekmanöver, Carven und Cross-Forward standen auf dem Programm. Abgerundet
wurde der Tag am See mit einer Partie "Stinkender Fisch". Mit Solo-
und Tandem-Canadiern eine ganz neue Herausforderung. Man lerne: die Bugwelle
kann genutzt werden.
Sonntag morgen ging es auf die Pegnitz, diesmal von Eschenbach bis Hersbruck.
Viele Kurven, Kehrwasser, Stromzungen, "Kaffee-Kehrwasser", "Bernds
Eck" und Verpflegungspausen sorgten für einen lehrreichen und unterhaltsamen
Tag. Jetzt wurde auch die Kälteschutzausrüstung gebraucht. Man lerne:
Frauen können doch einen Tandem steuern und Tandems stören nicht bei
solchen Fahrten.
Jeden Abend haben wir fünf bei gutem fränkischen Essen heiß
diskutiert. Pädagogischer Ansatz, Paddellänge, Faulheit, Manöver,
Anpassen der eigenen Schulungsinhalte...
Nach ersten Anlaufschwierigkeiten hatten wir einen sehr spannenden und guten Kurs. In einigen Bereichen hat sich unsere Sicht auf die Canadiertechnik geändert. Ein Teil der Techniken wird sicherlich ins Repertoire übernommen, einige Ansätze werden wir noch durchdenken müssen. Auf jeden Fall war der Kurs ein voller Erfolg!
Applauskurve
D-Zug Kehrwasser
faul
Todeszone
Lefty
Righty
königlich
Strömungswechsel
der Prism von Bernd
der Ally von Katja und Heiko
die Paddel von Angelika und Peter
der gelbe Vereinshelm

