Sicherheit in Kanu und Kajak steht bei den Bremer Kanu-Wanderern an erster Stelle
von unserem Redakteur Klaus-Peter Berg
Peter Heil zeigt schon mal, wie es richtig gemacht wird:
Rein ins Boot, einfach mal kentern. Kopf unten, Boot oben - und sich dann
gekonnt in die normale, stabile Lage drehen.'Fertig. Die acht Lehrgangsteilnehmer
sind beeindruckt.
Sie wollen bei den Bremer Kanu-Wanderern lernen, wie man sich sicher in
einemKa jak oder einem Kanu bewegt. Natürlich nicht im rauen Gebirgsbach,
sondern in vergleichsweise ruhigem Fahrwasser: im Uni-Bad.
Hier, im Kinderschwimmbecken, wird geprobt - damit auch wirklich nichts
schief geht. Es sind sozusagen die Eskimos mit ihren Kanus und dem Doppelpaddel
unterwegs. Kanu oder Canadier", so erläutert Angelika
Heil, das kommt vom Fahrstil der Indianer und Eskimos. Mal mit zwei, mal
mit einem Paddel."
Da wird von den drei Ubungsleitem erklärt und erläutert, wie
man ins Boot kommt, wie man aussteigt. Einfach das Doppelpaddel halb aufs
Boot und halb aufs Ufer (hier Beckenrand) legen, sich draufsetzten und
ein- oder aussteigen. So einfach geht das. Niemand muss mehr Angst haben,
wenn es im Ernstfall bei der nächsten Bootstour wirklich mal schief
gehen sollte.
lch empfehle eigentlich jedem, der sich in ein Boot setzt, einen
solchen Kursus zu machen ", sagt Angelika Heil. Sicher ist
doch sicher. Denn im Ernstfall muss mam doch wissen, wie man sich zu verhalten
hat.
Das gilt für die Bremer Kanu-Wanderer eigentlich ganz besonders.
Denn ihr Revier ist die Weser, die schon mal recht raues Wasser fuhren
kann. An Ochtum und Wümme ist es etwas einfacher, weil Wellengang
und Fließgeschwindigkeit bei weitem nicht so groß sind. Aber
auch diese Wasserläufe sind nicht zu unterschätzen. Nun, die
Bremer Kanu-Wanderer sind einer von vielen Wassersport-Vereinen in Bremen,
angesiedelt auf dem Peterswerder. Und sie haben sich dem Paddeln als Breitensport
angenommen. In jedem Jahr finden zahlreiche Kurse für Neueinsteiger
statt. Und vor allem geht es, wie es der Vereinsname verheißt, ständig
auf Wandertour. Ob allein, mit Freunden, mit der Familie. Und das zu allen
Jahreszeiten. Die rund 200 Mitglieder des Vereins wollen beschäftigt
sein.
Wie m vielen andere Sportarten gilt auch hier: Es fehlt die Jugend. Viele
wollen sich nicht mehr so recht quälen', glaubt Angelika Heil. Aber:
Es fehlt den Vereinen auch an Ubungsleitern, mit denen die Vereinsarbeit
eben steht - oder leider auch fällt.
Der Wassersport wird jedoch, davon sind alle überzeugt, immer eine
große Rolle in Bremen umd umzu spielen. Kein Wunder. Denn Wasser
umd Wasserläufe gibt es ja zur Genüge. Und für alle Fälle
ist ja auch noch das Uni-Bad da.

Die Lehrgangsteilnehmer lernen im warmen Wasser des Uni-Bades das Boot im wahrsten Sinne Wortes von allen Seiten kennen.
Foto: Petra Stubbe